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Ein typischer Einsatztag in Haiti

28.02.2010

Es ist einer der letzten sonnigen Tage vor der Regenzeit. Kaum vorstellbar, dass es gestern noch den ganzen Tag geregnet hat. Für die vielen Ambulanzflugen wurde glücklicherweise eine Schlechtwetterroute zum Ordenshospital in ...

... Milot entdeckt. Die tief über den bis zu 2.000 Meter hohen Bergen hängenden Regenwolken machen ansonsten ein Überqueren fast unmöglich. Heute ist der Haiti-Heli mit Helfern und Medikamenten auf dem Weg nach Petit-Goâve. Die Piloten sind bei der Landung angespannt. Vor kaum zwei Wochen stürmten und plünderten die hunderte hungriger Menschen bei einer Hubschrauberlieferung den Platz. Ein Mann rannte mit einer Spitzhacke auf den Hubschrauber zu, durchtrennte glücklicherweise nur die Lastseile und den Außenlastsack vom Haiti-Heli. Doch die Situation ist jetzt realtiv entspannt und der Sportplatz mittlerweile gut von der UN gesichert. Schnell steigen die Passagiere aus und helfen beim Entladen der Medikamente. Wenige Minuten später ist der Hubschrauber wieder in der Luft, ein langer Tag steht bevor.

Bei einem Zwischenstopp in Port-au-Prince werden Hilfsgüter eingeladen um die Klinik Saint Damien mit einer weitern Lieferung zu versorgen. Anschließend fliegt das Team wieder in die Berge. Das Ziel ist das Dorf Mabiell, dass der Haiti-Heli schon einmal versorgt hatte. Das Dorf ist so klein, dass man es auf keiner Karte findet. Es befindet sich einige Kilometer südöstlich von Carrefour mitten im tropischen Dschungel. Ein Hilfsprojekt errichtete hier vor wenigen Monaten eine Schule und Essensküche, doch das Erdbeben hat die Gebäude zerstört. Gemeinsam mit Mitarbeitern von Humedica begleitet auch ein Architekt das Team um vor Ort eine Bestandsaufnahme zu machen und den Neubau voran zu bringen. Die Helfer werden abgesetzt und der Haiti-Heli fliegt in den Süden nach Jacmel.

Jacmel wurde noch 2004 als mögliches Welterbe von der UNESCO in die Auswahl genommen. Doch nach dem schweren Erdbeben sind viele der historischen Gebäude aus der französischen Kolonialzeit zerstört. Mehrere Eltern warten dringend mit neugeborenen Kindern auf ihren Flug ins "University of Miami" Krankenhaus in Port-au-Prince, wobei das jüngste Baby gerade einmal zwei Tage alt ist. Die kleinen Patienten müssen dringend medizinisch versorgt werden und erreichen bereits wenig später die Klinik in der Hauptstadt.

Am Krankenhaus warten bereits die nächsten zwei Patienten auf ihre Verlegung nach Milot. Sie sind stabil doch in schlechter Verfassung. Mit einem neu eingetroffenen Orthopäden und den Patienten macht sich der Helikopter der Herzen auf den Weg nach Milot. Hier wird der Orthopäde in der nächsten Zeit eingesetzt. Am Krankenhaus angekommen wird der Hubschrauber fast eine Stunde lang intensiv desinfiziert. Bei der steigenden Zahl der Ambulanzflüge ist die Hygiene eminent wichtig.

Danach fliegt das Team zurück nach Port-au-Prince um die Ärztin und Krankenschwester von heute Morgen wieder zurück nach Jacmel zurückbringen. Auf dem Rückflug nach Port-au-Prince werden die Humedica-Mitarbeiter und der Architekt aus Mabiell wieder aufgenommen und sind sichtlich erleichtert, dass sie nicht vergessen wurden. In der Hauptstadt nimmt das Team Helfer von "Ärzte der Welt" und "SOS Kinderdorf" zurück in die dominikanische Republik mit. Die Organisation SOS-Kinderdorf hat sich bereit erklärt, ihr Gelände als zweite Basis zur Verfügung zu stellen. Das Gelände befindet sich direkt in Port-au-Prince, ist abgesichert und verfügt über einen Sportplatz als Landeplatz. Mehr als 14.000 Kinder werden hier zur Zeit versorgt und täglich werden es mehr. Das Haiti-Heli-Team wird versuchen Hilfsgüter, insbesondere Kindernahrung, von Human Plus hierhin zu vermitteln.

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Pressekontakt:

Heli Aviation GmbH · Hinterm Alten Schloss 13 · D-86757 Wallerstein
Dipl.-BW. (DH) Martin Lukas Ostachowski · Tel.: +49 9081 2767-78